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sollten ihr Glück beim ZVAB oder anderen antiquarischen Bezugsquellen versuchen.
Werbeplakat der Deutschen Seereederei
Titelbild mit dem Wrack der MAGDEBURG auf der Themse bei Gravesende, 1965
MS MAGDEBURG kollidierte auslaufend London mit einer Ladung Leyland-Busse für Kuba mit einem japanischen Frachter. Angeblich hatte die CIA ihre Hände im Spiel, um den Handel mit der Karibikinsel zu bedrohen.
Ein höchst informatives und zugleich humorvolles Buch über die letzten Jahre traditioneller "christlicher Seefahrt" vor der einsetzenden Containerisierung der Ladung, der zunehmenden Tuvaluierung der Besatzungen und der Verbannung des Funkoffiziers von Bord. DIE Geschichte, wie ein Mensch auch ohne das Risiko eines Blattschusses von Rostock nach Yokohama und Buenos Aires kam.
Warnung: Viel gelesen, kontrovers diskutiert, weicht dieses Buch von dem damals herrschenden Meinungskorridor über die führende Rolle der Partei mit Humor und Satire ab. Nach Jahrzehnten dürfte jeder darüber hinaus sein und nicht nur den Inhalt des Buches, sondern auch das Folgende ohne Gram oder Verdruss und einer gewissen Wiedersehensfreude genießen.
Viel Spaß beim Lesen!
Hinweis aus gegebener Veranlassung: Auf besonderen Wunsch kritischer Leser, die sich nicht mehr jener Zeiten erinnern können (oder wollen), in denen der Inhalt des Buches (der drei Bücher) spielt, wurden diese Seiten mit damaligen Schlagzeilen aus dem Organ der Industriekreisleitung des Kombinates Seeverkehr und Hafenwirtschaft (KSH), VOLL VORAUS, und anderen Zeitzeugnissen dokumentarisch aufgelockert / ausgebaut. Das hilft bei der Rückbesinnung auf die guten, alten Zeiten (?), denn mehr DSR-feeling geht nicht!
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie, detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Rostock - Warnemünde, bei jeder Ausreise letzter Blick aufs Heimatland
Sex sells - Werbeplakat der Deutschen Seereederei
Bierfilz vom Haus Sonne am Rostocker Neuen Markt, dem Hotel für die DSR-Seeleute
Wer's nicht mehr weiß - Internationaler Frauentag
Alle Fotos vom Autor. Urheberrechte beachten!
25 Jahre Handelsflotte der DDDR
Der Felsen von Gibraltar
Werbeseite für die DSR in der Zeitschrift SEEWIRTSCHAFT
Werbeseite für die Deutsche Seereederei in der Zeitschrift SEEWIRTSCHAFT 1962
FRIEDRICH SEIBICKE
Der DSR-Report, Babbeljahn und daddeldu, QSD - Ein Sau-Drücker räsoniert
Glossar des Titels
"Babbeljahn" heisst eine kurze Tabakspfeife der Seeleute, wie sie auch der old sailorboy Popeye im Mundwinkel trägt. Der Name steht auch historisch überliefert bedeutungsgleich für einen kleinen Snack im Vorschiff - auf der Back vor dem Festmachen oder im Kabelgatt vor dem Feierabend - bei dem deutsche demokratische Seeleute noch bis ins Jahr 1990 hinein ihre zumeist humorvollen "Stories" austauschten, bevor ihnen das Lachen verging.
Titelbild VOLL VORAUS März 1974, damals noch farbig
Der Wach-offizier, Zigarre rauchend, bei der Beobachtung des Seeraumes
"Daddeldu", sagte der Steward, als er die letzte Flasche Weinbrandverschnitt der Marke Weinblattsiegel (auch WBS oder Webs genannt) aus der Tür der Transitlast in die langen Gesichter seiner Kundschaft reichte. Diese Verballhornung des englischen "That will do" heißt auch: Etwas ist fertig, vorbei und erledigt - und mag als Synonym dafür stehen, dass alles, von dem in diesem Buch berichtet wird, der Vergangenheit angehört und mehr und mehr für immer vergessen sein wird.
Das Ende vom Webs. Party in tropischer Nacht auf dem Achterschiff
Der "Saudrücker" ist eine Eselsbrücke hin zur Buchstaben-Kombination QSD, einer der vielen Q-Gruppen zur internationalen Verständigung im einstigen Seefunkdienst. Sie verwies auf einen "old man", dessen Texte der Morsetaste in einem gänzlich unverständlichen Rhythmus entfleuchten. Diese Schmierereien umschrieb die Q-Gruppe vornehm mit: "Ihr Geben ist mangelhaft", soll heißen, manchem humorlosen Altkader wird der Inhalt des Buches gewöhnungsbedürftig sein. Hinweis in Sachen QSD: Ehemalige Funkoffiziere der Deutschen Seereederei mit Amateurfunklizenz treffen sich immer montags auf 3530 kHz in der Betriebsart CW, im Winter um 18 Uhr lt, im Sommer um 19 Uhr lt (solange wie es die Sommerzeit noch gibt) - DL3AKM.
Ladung für Indien rollt auf die Pier von Port Sudan am Roten Meer
Die drei Partei-Organe im Kombinat Seeverkehr und Hafenwirtschaft
Wer schließlich weiß, dass "räsonieren" soviel bedeutet wie unbefugt und lärmend mitzureden, zu widersprechen sowie am Stammtisch zu nörgeln und zu tadeln, der ist über das, was beim Lesen dieses Buches auf ihn zukommt, schon fast im Bilde!
MS J.G. Fichte in Taraffa, Nuevitas/Kuba
"DSR" - Deutsche Seereederei bzw. Deutfracht/Seereederei Rostock - In der Mitte der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts größte deutsche Universalreederei mit 200 Schiffen und Liniendiensten in den Fernen Osten, Südostasien, China/Nordkorea, Vietnam, Indien/Pakistan, Kontinent/Persischer Golf, Adria/Persischer Golf, Südamerika (Ostküste), Kuba/Mexiko, Mittelmeer, nach Syrien, Libyen, Albanien, Ägypten, ins Rote Meer, nach Ost- und Westafrika, nach Helsinki, Westfinnland, Riga, Hull, Tilbury und Ipswich sowie diverse Containerdienst-Linien, dazu Spezialschiffahrt (Tanker, Fruchtschiffe, Erzfrachter etc) rund um den Erdball. Nach 1990 "abgewickelt wie eine Inderin aus ihrem Sari". (Buchzitat)
Der Bucht von Havanna nähert sich von Key West her eine Wetterfront
Inhaltsverzeichnis frei nach dem Wahlspruch der DSR-Seeleute
Mit Klassenfeinden sich geschlagen, mit leichten Mädchen sich vertragen und mit mehr Orden als mit Geld umfuhren wir die ganze Welt.
Immer wieder beliebt: Die Äquatortaufe mitreisender Ehefrauen
Prolog von der angeblichen Weisheit des Alters - oder: Warum ich "schreibender Arbeiter" wurde
.
Ouvertüre von Seeleuten, die das Fürchten lernten - oder: Die Versenkung von U 1229 vor Neufundland (Die Vorgeschichte der Versenkung von U 1229 lesen Sie im Buch "Labskaus auf Indisch".)
Torpedo-vorhaltrechner eines deutschen WK2-U-Bootes
Die Besatzung von U1229. Das U-Boot wurde versenkt am 20. August 1944 vor Neufundland. Es gab Überlebende.
Seekarte mit Versenkungsort durch Fliegerbomben von einem US-amerikanischen Flugzeugträger
1. Akt vom langen, steinigen Weg zur Seefahrt - oder: Am Anfang waren die Träume
... und die Wirklichkeit war dann fast so schön wie im Kino!
Damals war's. 1. Mai-Umzug mit algerischen Gastarbeitern im Unstruttal
2. Akt von der Wiederentdeckung der Neuen Welt - oder: Eine Traumschiff-Reise mit MS J.G.Fichte
In der Ansteuerung auf Havanna, Blick zur Festung El Moro und Havanna del Este
Havanna - Am Denkmal für Jose Marti, den Staatsgründer der Republik Kuba
Zu dieser Schlagzeile: Das sind die Leute vom Kampfgruppenzug "Feliks Dzierzynski" des Kombinates Seeverkehr und Hafenwirtschaft, die bereit waren, als Kämpfer der Arbeiterklasse die Weisungen der Partei zu erfüllen, die DDR, ihre sozialistischen Errungenschaften jederzeit mit der Waffe in der Hand zu schützen und ihr Leben dafür einzusetzen.
3. Akt von Champagner, Vloradreck und Wüstensand - oder: Mit MT LEUNA I durch den Suezkanal
Motortanker LEUNA I lädt Erdöl auf Reede Wadi Feiran, Golf von Suez ( und der III. NO hängt seine nassen Plünnen auf die Leine)
Die Brücke auf dem Motortanker LEUNA I
Das Tankerdeck wird bei voll abgeladenen Schiff überspült
4. Akt von einem Würstchen auf HALBERSTADT - oder: Mit einem Typ IV-Schiff rund um Indien
Auf dem Fischmarkt in Bombay
HALBERSTADT auf Reede Veraval/Gujarat/Nordindien
MS HALBERSTADT im Dock von Calcutta
5. Akt von den Damen-Nylons für Ventspils - oder: Eine Urlaubsvertretung auf MT Schwarzheide
Motortanker SCHWARZ-HEIDE in der Idylle des Ölhafens Rostock
SCHWARZHEIDE auf Reise von Ventspils/Windau nach Rostock
SCHWARZHEIDE im Ölhafen Rostock
6. Akt von Politniks, Lehrlingen und einem Kapitän - oder: Mit THEODOR KÖRNER nach Tampico
Zuckersäcke aus dem Landesinneren rollen an die Pier von Niquero/Kuba
In Coatzacoalcos / Mexiko
Die Festumg El Morro an der Hafeneinfahrt von Havanna
7. Akt vom Werftleben auf THEODOR KÖRNER - oder: Als Schmalhans Küchenmeister war
MS THEODOR KÖRNER im Trockendock der Mercantile Werft Antwerpen
Am Ufer der Schelde im Stadtzentrum
Blick vom höchsten Haus am Platze über die Stadt Richtung Hafen
8. Akt von Nierenragout und anderen Katastrophen - oder: Ein Jahr an der Seefahrtschule Wustrow
Das Seefahrer-Dorf Ostseebad Wustrow, Ort der Seefahrtschule Wustrow
Strand Wustrow, im Hintergrund die Station der Grenzbrigade Küste. Inzwischen vom Meer geholt.
Leuchtturm Wustrow und Nebelstation
9. Akt von Pleiten, Pech und auch Pannen - oder: Mit der BOIZENBURG rund Cape Hope bis zum Irrawaddy
Straßenleben in Rangoon, der Haupstadt von Burma (Myanmar)
Kleine Pagode im Stadtzentrum von Rangoon
Junge Mädchen im Zoo von Rangoon
10. Akt vom Gelben Meer, vom Funk- und Seeverkehr - oder: Die RONNEBURG besucht die Reiche von Mao und Kim
Auf einem Kaufhausdach über Yokohama
Plan der Insel Hong Kong mit Kowloon auf dem Festland
Der Hafen von Yokohama
11. Akt von der Warnow mit Typ XD zur Insel der Träume - oder: Seefahrt im Päckchen ist schöner
Bir-Reklame in Surabaya/Java,
Müllentsorgung auf indonesisch
Marktfrau in Surabaya
12. Akt von Arbeits-, Gaumen- und Männerfreuden - oder: Im Liniendienst an Südamerikas Ostküste
In Buenos Aires wird ein typisch argentinisches Asado-Essen an Deck vorbereitet
Buenos Aires - Plaza de Mayo
Am Fischereihafen in Rio Grande / Rio Grande do Sul / Brasilien
13. Akt von Taj Mahal, Fatehpur Sikri und Qtab Minar - oder: Eine Versorgungsreise in das Herz Indiens
Die Ruinenstadt Fadehpur Sikri zwischen Delhi und Agra, ind. Bundesstaat Rajasthan
Schule in den Ruinen von Fatehpur Sikri
Landwirtschaft vor den Toren von New Delhi. So wird die Spreu vom Weizen getrennt.
14. Akt von Abschied und Anschiet - oder: Eine Kurzreise in den Persischen Golf ohne Ende
Gegenverkehr im Suezkanal
Marmorblöcke im Hafen von Carrara zur Weiterverarbeitung, anschließend Transport des Fertigproduktes in den Persischen Golf
Ismailia am Suezkanal
Epilog von der Freiheit, die ich meinte - oder: Wer hat mein Lied so zerstört
HALBERS-STADT und WERNER SEELEN-BINDERim Päckchen auf der Reede von Jeddah in Saudi Arabien
L E S E P R O B E
Motorschiff RONNEBURG steuerte die Mündung des Perlflusses an, der in
der Regel mit der Hafenstadt Kanton in Verbindung gebracht wird. In unserem
Gefolge befand sich die LIESELOTTE HERMANN, die Korea inzwischen verlassen
hatte und Kurs auf Singapore nahm. Auf dem Perlfluss vor Whampoa begann meine
längste Wartezeit auf Reede. Siebzehn Tage währte sie. Die damaligen
Reedelieger vor Jeddah werden bei dieser Erwähnung nur müde lächeln,
'tschuldigung. Nach einer Woche des Wartens vor Whampoa brach kurzzeitig an
Bord der Wassernotstand aus, weil die bestellte Wasserschute nicht rechtzeitig
herankam. Zum Glück herrschte eine absolute Flaute. Der Fluss lag wie Blei um
das Schiff herum. Jeder, der das Bedürfnis verspürte, konnte durch die
Achterklüse urinieren, um den Umsatz der süßwasserbetriebenen Toilettenspülung
zu minimieren. Den mitreisenden Damen, die sich beim Pinkeln über die Reling zu
dumm anstellten, wurde angeraten, in ihre japanischen Teekannen zu pieseln.
Die Landschaft zeigte sich reizvoll, die Hitze erschien geradezu
mörderisch ohne jeden Hauch von Luftbewegung. Die armen Jungs von der Decksgang
konnten einem leid tun, die draußen vor der Tür Farbe malen und Rost klopfen
mussten, bis der nächste Feiertag heranrückte.
Es herrschte das beste deutsche Pfingstwunschwetter. Die Genossen
Matrosen, froh mal nicht Farbe malen zu müssen, gossen aus diesem Anlass einen
auf die Lampe, abends spielte das Bordkino und dann war das liebe Pfingstfest
auch schon wieder vorbei. Schließlich machte das Schiff an der Pier fest und
die Besatzung schloss schnell Freundschaft mit einem benachbarten griechischen
Frachter. Dessen Besatzung beklagte, schon
seit neun Monaten Kohle zwischen Nord- und Südchina fahren zu müssen. Die
Schiffsführungen speisten wechselweise zusammen zu Mittag und die Mannschaften
feierten ausgelassene Partys auf unserem Dampfer, weil wir dank moderner
Technik über das angenehmere Bordklima verfügten. Je unerfreulicher sich die
Rahmenbedingungen in den Häfen zeigten, um so mehr pflegten die
Schiffsbesatzungen über alle Sprach- und Ideologiegrenzen hinweg den Umgang
miteinander. Der Funkoffizier des Griechen, ein Brite, besuchte mich, staunte
gewaltig über die Ausrüstung der Seefunkstelle und selbst über die Kammer, die
auf XD-Frachtern nun wirklich keinen vom Hocker riss. Beim Gegenbesuch nahm ich
seine Station in Augenschein, mit der allem Anschein nach schon Nelson in der
Schlacht von Trafalgar taktische Befehle übermittelt haben musste. Unter diesen
Bedingungen hätte ich nie und nimmer zur See fahren mögen. Während wir den
Hafen verließen, hörten die Abschiedsrufe und das Winken auf beiden Seiten
nicht auf. Spätestens 1995 hätte man sich auf dem gleichen Dampfer wieder sehen
können.
Zuvor hatten sich die Chinesen bei der Ausklarierung gewaltig
echauffiert. Die Revolutionswächter fanden ein Propagandablatt aus Shanghai am
falschen Örtchen. In den revolutionären Schriften wurde immer wieder betont,
ein Spruch aus der Mao-Bibel zitiert und alle Schwierigkeiten seien fortan wie
weggeblasen. Der Chefkoch schien in seiner politischen Verblendung, verursacht
durch die ideologische Indoktrination des Shanghaier Stadtfunks, gehofft zu haben,
dieses Wundermittel helfe auf wundersame Weise auch bei Leibbeschwerden. Er
hatte beim Abdrücken einige Mao-Zitate über den Imperialismus und alle anderen
reaktionären Papiertiger vor sich hingesummt. Nach erfolgreicher Sitzung mit
sicht- aber wenig fassbarem Ergebnis hinterließ er die Reste der Rezeptur
frevelhafterweise einem potentiellen Nachfolger auf dem Thron. Wir mussten
zerknirscht Besserung für das nächste
Mal geloben und versprechen, zur Erledigung größerer Geschäfte im Reich der
Mitte zukünftig wieder auf unsere bewährten rauen, grauen Papyrus-Rollen
zurückzugreifen.
Wieder auf See kam eine ausgedehnte Unterhaltung mit dem Funkoffizier
der FREYBURG zustande, die sich auf Jungfernreise befand und schwer mit den
Schätzen des Okzidents beladen am Horizont in Richtung Hongkong dahinzog.
Obwohl bereits seit 1966 im Besitz des Seefunkzeugnisses, absolvierte der
dortige FO seine erste Reise nach mehr als drei Jahren einer Landtätigkeit. Ihm
war zum Ende des Studiums der Sichtvermerk entzogen worden und er musste bei
Rügen Radio „überwintern“. Mit einem Studienkollegen hatte er sich zur Feier
seines Abschlusses am Biertisch über die Gesäßviolinen aus Partei und Regierung
ausgelassen. Von allem Prüfungsstress befreit amüsierten sich beide köstlich –
nur übersahen sie dabei einen am Nachbartisch mit offenem Mund lauschenden
Zuträger. Inzwischen konnten die Schiffe wegen fehlender Funkoffiziere fast
nicht mehr besetzt werden, sodass selbst auf Verfemte zurückgegriffen werden
musste. Das alles erfuhr ich allerdings erst 35 Jahre später vom Sohn seines
Schicksalsgenossen, der nun an meiner Seite sein kärgliches Brot verdiente. Wie
eben das Leben so spielt. Dessen Vater, ebenfalls mit Berufsverbot belegt, wurde damals genauso
händeringend gebeten bei der DSR
einzusteigen. Alles wäre vergeben und vergessen. Zu spät, seine Frau brauchte
einen Mann, der nachts an ihrer Seite schnarchte. Sie nahm das flehende
Gespräch aus Rostock entgegen und verschwieg es ihm bis zu seinem
Renteneintritt. Da hatten längst alle DSR-Schiffe die Mole Warnemünde
letztmalig passiert.
Auf Leute für eine Ablösung in Rostock zu hoffen zerschlug sich für die
meisten schon im Südchinesischen Meer. Die Crew ließ die Köpfe hängen über die
miesen Aussichten, die MS FREYBURG
mitbrachte und die sich in aller Grausamkeit bewahrheiten sollten. Es
gehörte zum eingefahrenen Ritual, trafen sich zwei Reedereischiffe, gab es
allen Grund, auf die Company zu schimpfen. Und auf dieser Reise trafen wir
viele unserer Schiffe.
Blick von der Brücke auf das Vorschiff der RONNEBURG mit einem bei bewegter See durch die Gischt erzeugten Regenbogen
Allen Besuchern dieser Seite ein herzliches Dankeschön und gute Unterhaltung, die spätestens beim Lesen des Buches nicht nur Seeleuten und Old Men (Anrede unter Funkern) garantiert wird. Und zum Schluss noch ein Wort Shakespeares: "Um ernst zu sein genügt Dummheit."