ACHTUNG, AB 2025 NUR NOCH ALS e-book ZU BEZIEHEN!
Der Nachdruck der gedruckten Ausgabe für den Preis von 12 Euro war bei anhaltender Nachfrage nicht mehr zu halten. Deshalb mussten die Nachauflagen nach 16 Jahren und mehr als 3000 verkauften Exemplaren leider eingestellt werden. Interessenten an der gedruckten Ausgabe sollten ihr Glück beim ZVAB oder anderen antiquarischen Bezugsquellen versuchen.              

Werbeplakat der Deutschen Seereederei 

Titelbild mit dem Wrack der MAGDEBURG auf der Themse bei Gravesende, 1965

MS MAGDEBURG kollidierte auslaufend London mit einer Ladung Leyland-Busse für Kuba mit einem japanischen Frachter. Angeblich hatte die CIA ihre Hände im Spiel, um den Handel mit der Karibikinsel zu bedrohen. 

Ein höchst informatives und zugleich humorvolles Buch über die letzten Jahre traditioneller "christlicher Seefahrt" vor der einsetzenden Containerisierung der Ladung, der zunehmenden Tuvaluierung der Besatzungen und der Verbannung des Funkoffiziers von Bord. DIE Geschichte, wie ein Mensch auch ohne das Risiko eines  Blattschusses von Rostock nach Yokohama und Buenos Aires kam. 

Warnung: Viel gelesen, kontrovers diskutiert, weicht dieses Buch von dem damals herrschenden Meinungskorridor über die führende Rolle der Partei mit Humor und Satire ab. Nach Jahrzehnten dürfte jeder darüber hinaus sein und nicht nur den Inhalt des Buches, sondern auch das Folgende ohne Gram oder Verdruss und einer gewissen Wiedersehensfreude genießen. 


Viel Spaß beim Lesen!

Hinweis aus gegebener Veranlassung: Auf besonderen Wunsch kritischer Leser, die sich nicht mehr jener Zeiten erinnern können (oder wollen), in denen der Inhalt des Buches (der drei Bücher) spielt, wurden diese Seiten mit damaligen Schlagzeilen aus dem Organ der Industriekreisleitung des Kombinates Seeverkehr und Hafenwirtschaft (KSH), VOLL VORAUS, und anderen Zeitzeugnissen dokumentarisch aufgelockert / ausgebaut. Das hilft bei der Rückbesinnung auf die guten, alten Zeiten (?), denn mehr DSR-feeling geht nicht!


Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie, detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.                    

Erschienen im April 2008. Zu beziehen über: direkt bei engelsdorfer-verlag.de und überall dort wo es sonst noch e-books gibt oder ggf. als antiquarisches Buch beim ZVAB.

Rostock - Warnemünde, bei jeder Ausreise letzter Blick aufs Heimatland


Sex sells - Werbeplakat der Deutschen Seereederei

Bierfilz vom Haus Sonne am Rostocker Neuen Markt, dem Hotel für die DSR-Seeleute 

Wer's nicht mehr weiß - Internationaler Frauentag



Alle Fotos vom Autor. Urheberrechte beachten!

25 Jahre Handelsflotte der DDDR

Der Felsen von Gibraltar


Werbeseite für die DSR in der Zeitschrift SEEWIRTSCHAFT

Werbeseite für die Deutsche Seereederei in der Zeitschrift SEEWIRTSCHAFT 1962




                                          FRIEDRICH SEIBICKE

             Der DSR-Report, Babbeljahn und daddeldu, QSD - Ein Sau-Drücker räsoniert

                                             Glossar des Titels

"Babbeljahn" heisst eine kurze Tabakspfeife der Seeleute, wie sie auch der old sailorboy Popeye im Mundwinkel trägt. Der Name steht auch historisch überliefert bedeutungsgleich für einen kleinen Snack im Vorschiff - auf der Back vor dem Festmachen oder im Kabelgatt vor dem Feierabend - bei dem deutsche demokratische Seeleute noch bis ins Jahr 1990 hinein ihre zumeist humorvollen "Stories" austauschten, bevor ihnen das Lachen verging.



Titelbild VOLL VORAUS März 1974, damals noch farbig 

Der Wach-offizier, Zigarre rauchend, bei der Beobachtung des Seeraumes




"Daddeldu", sagte der Steward, als er die letzte Flasche Weinbrandverschnitt der Marke Weinblattsiegel (auch WBS oder Webs genannt) aus der Tür der Transitlast in die langen Gesichter seiner Kundschaft reichte. Diese Verballhornung des englischen "That will do" heißt auch: Etwas ist fertig, vorbei und erledigt - und mag als Synonym dafür stehen, dass alles, von dem in diesem Buch berichtet wird, der Vergangenheit angehört und mehr und mehr für immer vergessen sein wird.




Das Ende vom Webs. Party in tropischer Nacht auf dem Achterschiff




Der "Saudrücker" ist eine Eselsbrücke hin zur Buchstaben-Kombination QSD, einer der vielen Q-Gruppen zur internationalen Verständigung im einstigen Seefunkdienst. Sie verwies auf einen "old man", dessen Texte der Morsetaste in einem gänzlich unverständlichen Rhythmus entfleuchten. Diese Schmierereien umschrieb die Q-Gruppe vornehm mit: "Ihr Geben ist mangelhaft", soll heißen, manchem humorlosen Altkader wird der Inhalt des Buches gewöhnungsbedürftig sein. Hinweis in Sachen QSD: Ehemalige Funkoffiziere der Deutschen Seereederei mit Amateurfunklizenz treffen sich immer montags auf 3530 kHz in der Betriebsart CW, im Winter um 18 Uhr lt, im Sommer um 19 Uhr lt (solange wie es die Sommerzeit noch gibt) -  DL3AKM.




Ladung für Indien rollt auf die Pier von Port Sudan am Roten Meer

Die drei Partei-Organe im Kombinat Seeverkehr und Hafenwirtschaft



Wer schließlich weiß, dass "räsonieren" soviel bedeutet wie unbefugt und lärmend mitzureden, zu widersprechen sowie am Stammtisch zu nörgeln und zu tadeln, der ist über das, was beim Lesen dieses Buches auf ihn zukommt, schon fast im Bilde!




MS J.G. Fichte in Taraffa, Nuevitas/Kuba




"DSR" - Deutsche Seereederei  bzw. Deutfracht/Seereederei Rostock - In der Mitte der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts größte deutsche Universalreederei mit 200 Schiffen und Liniendiensten in den Fernen Osten, Südostasien, China/Nordkorea, Vietnam, Indien/Pakistan, Kontinent/Persischer Golf, Adria/Persischer Golf, Südamerika (Ostküste), Kuba/Mexiko, Mittelmeer, nach Syrien, Libyen, Albanien, Ägypten, ins Rote Meer, nach Ost- und Westafrika, nach Helsinki, Westfinnland, Riga, Hull, Tilbury und Ipswich sowie diverse Containerdienst-Linien, dazu Spezialschiffahrt (Tanker, Fruchtschiffe, Erzfrachter etc) rund um den Erdball. Nach 1990 "abgewickelt wie eine Inderin aus ihrem Sari". (Buchzitat)




Der Bucht von Havanna nähert sich von Key West her eine Wetterfront




                                              Inhaltsverzeichnis 
                         frei nach dem Wahlspruch der DSR-Seeleute                   

Mit Klassenfeinden sich geschlagen, mit leichten Mädchen sich vertragen
und mit mehr Orden als mit Geld umfuhren wir die ganze Welt.                           





Immer wieder beliebt: Die Äquatortaufe  mitreisender Ehefrauen




Prolog von der angeblichen Weisheit des Alters - oder: Warum ich "schreibender Arbeiter" wurde

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Ouvertüre von Seeleuten, die das Fürchten lernten - oder: Die Versenkung von U 1229 vor Neufundland (Die Vorgeschichte der Versenkung von U 1229 lesen Sie im Buch "Labskaus auf Indisch".)

Torpedo-vorhaltrechner eines deutschen WK2-U-Bootes

Die Besatzung von U1229. Das U-Boot wurde versenkt am 20. August 1944 vor Neufundland. Es gab Überlebende. 


Seekarte mit Versenkungsort durch Fliegerbomben von einem US-amerikanischen Flugzeugträger

1. Akt vom langen, steinigen Weg zur Seefahrt - oder: Am Anfang waren die Träume

... und die Wirklichkeit war dann fast so schön wie im Kino!



Damals war's. 1. Mai-Umzug mit algerischen Gastarbeitern im Unstruttal 

2. Akt von der Wiederentdeckung der Neuen Welt - oder: Eine Traumschiff-Reise mit MS J.G.Fichte

In der Ansteuerung auf Havanna, Blick zur Festung El Moro und Havanna del Este

Havanna - Am Denkmal für Jose Marti, den Staatsgründer der Republik Kuba


Zu dieser Schlagzeile: Das sind die Leute vom Kampfgruppenzug "Feliks Dzierzynski" des Kombinates Seeverkehr und Hafenwirtschaft, die bereit waren, als Kämpfer der Arbeiterklasse die Weisungen der Partei zu erfüllen, die DDR, ihre sozialistischen Errungenschaften jederzeit mit der Waffe in der Hand zu schützen und ihr Leben dafür einzusetzen.  

3. Akt von Champagner, Vloradreck und Wüstensand - oder: Mit MT LEUNA I durch den Suezkanal

Motortanker LEUNA I lädt Erdöl auf Reede Wadi Feiran, Golf von Suez ( und der III. NO hängt seine nassen Plünnen auf die Leine)

Die Brücke auf dem Motortanker LEUNA I


Das Tankerdeck wird bei voll abgeladenen Schiff überspült

4. Akt von einem Würstchen auf HALBERSTADT - oder: Mit einem Typ IV-Schiff rund um Indien

Auf dem Fischmarkt in Bombay

HALBERSTADT auf Reede Veraval/Gujarat/Nordindien 


MS HALBERSTADT im Dock von Calcutta

5. Akt von den Damen-Nylons für Ventspils - oder: Eine Urlaubsvertretung auf MT Schwarzheide

Motortanker SCHWARZ-HEIDE in der Idylle des Ölhafens Rostock

SCHWARZHEIDE auf Reise von Ventspils/Windau nach Rostock 


SCHWARZHEIDE im Ölhafen Rostock 

6. Akt von Politniks, Lehrlingen und einem Kapitän - oder: Mit THEODOR KÖRNER nach Tampico

Zuckersäcke aus dem Landesinneren rollen an die Pier von Niquero/Kuba

In Coatzacoalcos / Mexiko


Die Festumg El Morro an der Hafeneinfahrt von Havanna

7. Akt vom Werftleben auf THEODOR KÖRNER - oder: Als Schmalhans Küchenmeister war

MS THEODOR KÖRNER im Trockendock der Mercantile Werft Antwerpen

Am Ufer der Schelde im Stadtzentrum


Blick vom höchsten Haus am Platze über die Stadt Richtung Hafen 

8. Akt von Nierenragout und anderen Katastrophen - oder: Ein Jahr an der Seefahrtschule Wustrow

Das Seefahrer-Dorf Ostseebad Wustrow, Ort der Seefahrtschule Wustrow

Strand Wustrow, im Hintergrund die Station der Grenzbrigade Küste. Inzwischen vom Meer geholt.


Leuchtturm Wustrow und Nebelstation

9. Akt von Pleiten, Pech und auch Pannen - oder: Mit der BOIZENBURG rund Cape Hope bis zum Irrawaddy

Straßenleben in Rangoon, der Haupstadt von Burma (Myanmar)

Kleine Pagode im Stadtzentrum von Rangoon 


Junge Mädchen im Zoo von Rangoon 

10. Akt vom Gelben Meer, vom Funk- und Seeverkehr - oder: Die RONNEBURG besucht die Reiche von Mao und Kim

Auf einem Kaufhausdach über Yokohama

Plan der Insel Hong Kong mit Kowloon auf dem Festland


Der Hafen von Yokohama

11. Akt von der Warnow mit Typ XD zur Insel der Träume - oder: Seefahrt im Päckchen ist schöner

Bir-Reklame in Surabaya/Java, 

Müllentsorgung auf indonesisch


Marktfrau in Surabaya

12. Akt von Arbeits-, Gaumen- und Männerfreuden - oder: Im Liniendienst an Südamerikas Ostküste

In Buenos Aires wird ein typisch argentinisches Asado-Essen an Deck vorbereitet

Buenos Aires - Plaza de Mayo 


Am Fischereihafen in Rio Grande / Rio Grande do Sul / Brasilien 

13. Akt von Taj Mahal, Fatehpur Sikri und Qtab Minar - oder: Eine Versorgungsreise in das Herz Indiens

Die Ruinenstadt Fadehpur Sikri zwischen Delhi und Agra, ind. Bundesstaat Rajasthan

Schule in den Ruinen von Fatehpur Sikri 


Landwirtschaft vor den Toren von New Delhi. So wird die Spreu vom Weizen getrennt. 

14. Akt von Abschied und Anschiet - oder: Eine Kurzreise in den Persischen Golf ohne Ende

Gegenverkehr im Suezkanal

Marmorblöcke im Hafen von Carrara zur Weiterverarbeitung, anschließend Transport des Fertigproduktes in den Persischen Golf


Ismailia am Suezkanal 

Epilog von der Freiheit, die ich meinte - oder: Wer hat mein Lied so zerstört

HALBERS-STADT und WERNER SEELEN-BINDER im Päckchen auf der Reede von Jeddah in Saudi Arabien

L E S E P R O B E 

Motorschiff RONNEBURG steuerte die Mündung des Perlflusses an, der in der Regel mit der Hafenstadt Kanton in Verbindung gebracht wird. In unserem Gefolge befand sich die LIESELOTTE HERMANN, die Korea inzwischen verlassen hatte und Kurs auf Singapore nahm. Auf dem Perlfluss vor Whampoa begann meine längste Wartezeit auf Reede. Siebzehn Tage währte sie. Die damaligen Reedelieger vor Jeddah werden bei dieser Erwähnung nur müde lächeln, 'tschuldigung. Nach einer Woche des Wartens vor Whampoa brach kurzzeitig an Bord der Wassernotstand aus, weil die bestellte Wasserschute nicht rechtzeitig herankam. Zum Glück herrschte eine absolute Flaute. Der Fluss lag wie Blei um das Schiff herum. Jeder, der das Bedürfnis verspürte, konnte durch die Achterklüse urinieren, um den Umsatz der süßwasserbetriebenen Toilettenspülung zu minimieren. Den mitreisenden Damen, die sich beim Pinkeln über die Reling zu dumm anstellten, wurde angeraten, in ihre japanischen Teekannen zu pieseln.


Die Landschaft zeigte sich reizvoll, die Hitze erschien geradezu mörderisch ohne jeden Hauch von Luftbewegung. Die armen Jungs von der Decksgang konnten einem leid tun, die draußen vor der Tür Farbe malen und Rost klopfen mussten, bis der nächste Feiertag heranrückte.


Es herrschte das beste deutsche Pfingstwunschwetter. Die Genossen Matrosen, froh mal nicht Farbe malen zu müssen, gossen aus diesem Anlass einen auf die Lampe, abends spielte das Bordkino und dann war das liebe Pfingstfest auch schon wieder vorbei. Schließlich machte das Schiff an der Pier fest und die Besatzung schloss schnell Freundschaft mit einem benachbarten griechischen Frachter. Dessen Besatzung beklagte,  schon seit neun Monaten Kohle zwischen Nord- und Südchina fahren zu müssen. Die Schiffsführungen speisten wechselweise zusammen zu Mittag und die Mannschaften feierten ausgelassene Partys auf unserem Dampfer, weil wir dank moderner Technik über das angenehmere Bordklima verfügten. Je unerfreulicher sich die Rahmenbedingungen in den Häfen zeigten, um so mehr pflegten die Schiffsbesatzungen über alle Sprach- und Ideologiegrenzen hinweg den Umgang miteinander. Der Funkoffizier des Griechen, ein Brite, besuchte mich, staunte gewaltig über die Ausrüstung der Seefunkstelle und selbst über die Kammer, die auf XD-Frachtern nun wirklich keinen vom Hocker riss. Beim Gegenbesuch nahm ich seine Station in Augenschein, mit der allem Anschein nach schon Nelson in der Schlacht von Trafalgar taktische Befehle übermittelt haben musste. Unter diesen Bedingungen hätte ich nie und nimmer zur See fahren mögen. Während wir den Hafen verließen, hörten die Abschiedsrufe und das Winken auf beiden Seiten nicht auf. Spätestens 1995 hätte man sich auf dem gleichen Dampfer wieder sehen können.


Zuvor hatten sich die Chinesen bei der Ausklarierung gewaltig echauffiert. Die Revolutionswächter fanden ein Propagandablatt aus Shanghai am falschen Örtchen. In den revolutionären Schriften wurde immer wieder betont, ein Spruch aus der Mao-Bibel zitiert und alle Schwierigkeiten seien fortan wie weggeblasen. Der Chefkoch schien in seiner politischen Verblendung, verursacht durch die ideologische Indoktrination des Shanghaier Stadtfunks, gehofft zu haben, dieses Wundermittel helfe auf wundersame Weise auch bei Leibbeschwerden. Er hatte beim Abdrücken einige Mao-Zitate über den Imperialismus und alle anderen reaktionären Papiertiger vor sich hingesummt. Nach erfolgreicher Sitzung mit sicht- aber wenig fassbarem Ergebnis hinterließ er die Reste der Rezeptur frevelhafterweise einem potentiellen Nachfolger auf dem Thron. Wir mussten zerknirscht Besserung für das  nächste Mal geloben und versprechen, zur Erledigung größerer Geschäfte im Reich der Mitte zukünftig wieder auf unsere bewährten rauen, grauen Papyrus-Rollen zurückzugreifen. 


Wieder auf See kam eine ausgedehnte Unterhaltung mit dem Funkoffizier der FREYBURG zustande, die sich auf Jungfernreise befand und schwer mit den Schätzen des Okzidents beladen am Horizont in Richtung Hongkong dahinzog. Obwohl bereits seit 1966 im Besitz des Seefunkzeugnisses, absolvierte der dortige FO seine erste Reise nach mehr als drei Jahren einer Landtätigkeit. Ihm war zum Ende des Studiums der Sichtvermerk entzogen worden und er musste bei Rügen Radio „überwintern“. Mit einem Studienkollegen hatte er sich zur Feier seines Abschlusses am Biertisch über die Gesäßviolinen aus Partei und Regierung ausgelassen. Von allem Prüfungsstress befreit amüsierten sich beide köstlich – nur übersahen sie dabei einen am Nachbartisch mit offenem Mund lauschenden Zuträger. Inzwischen konnten die Schiffe wegen fehlender Funkoffiziere fast nicht mehr besetzt werden, sodass selbst auf Verfemte zurückgegriffen werden musste. Das alles erfuhr ich allerdings erst 35 Jahre später vom Sohn seines Schicksalsgenossen, der nun an meiner Seite sein kärgliches Brot verdiente. Wie eben das Leben so spielt. Dessen Vater, ebenfalls  mit Berufsverbot belegt, wurde damals genauso händeringend gebeten  bei der DSR einzusteigen. Alles wäre vergeben und vergessen. Zu spät, seine Frau brauchte einen Mann, der nachts an ihrer Seite schnarchte. Sie nahm das flehende Gespräch aus Rostock entgegen und verschwieg es ihm bis zu seinem Renteneintritt. Da hatten längst alle DSR-Schiffe die Mole Warnemünde letztmalig passiert.


Auf Leute für eine Ablösung in Rostock zu hoffen zerschlug sich für die meisten schon im Südchinesischen Meer. Die Crew ließ die Köpfe hängen über die miesen Aussichten, die MS FREYBURG   mitbrachte und die sich in aller Grausamkeit bewahrheiten sollten. Es gehörte zum eingefahrenen Ritual, trafen sich zwei Reedereischiffe, gab es allen Grund, auf die Company zu schimpfen. Und auf dieser Reise trafen wir viele unserer Schiffe. 


Blick von der Brücke auf das Vorschiff der RONNEBURG mit einem bei bewegter See durch die Gischt erzeugten Regenbogen

Allen Besuchern dieser Seite ein herzliches Dankeschön und gute Unterhaltung, die spätestens beim Lesen des Buches nicht nur Seeleuten und Old Men (Anrede unter Funkern) garantiert wird. Und zum Schluss noch ein Wort Shakespeares: "Um ernst zu sein genügt Dummheit."




Ja, ja, ...


....,  wir waren ein Herz und eine Seele.




Japanische Perlentaucherinnen (Postkarte)




Oktober 1971



usw. usf.

 Das Buch "Babbeljahn un daddeldu"
Das Buch "Labskaus auf Indisch"
 Das Buch "NIPPON recht voraus"